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Silver Spoon (Hiromu Arakawa)

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Comics

„Was liest du denn da?“ – „Silver Spoon“ – „Aha…“ – „Ein Landwirtschaftsmanga!“ – „Was??“
Jupp, jupp!

Silver Spoon“ (銀の匙 ist eine der beiden aktuellen Serien von Hiromu Arakawa (ihr wisst schon „Full Metal Alchemist“), die den Schüler Yugo Hachiken durch sein alltägliches Leben an der Yezo Oberschule für Agrarwirtschaft begleitet.
Nach einem herben Fehlschlag beschließt Yugo dem Dunstkreis seiner Familie zu entfliehen und nach bestandener Aufnahmeprüfung aus der Metropole Tokyo in das Wohnheim seiner neuen Oberschule im ländlichen Hokkaido zu ziehen. Anders als seine Mitschüler hat er null Ahnung von Landwirtschaft, geschweige denn überhaupt einmal auf einem Bauernhof gearbeitet. Mit seiner Bereitschaft sich auf völlig neue Dinge einzulassen und sein Wissen in verschiedene Richtungen zu erweitern (Er liebt es zu lernen!), macht er sich nach anfänglichen Wirrungen jedoch bald Freunde und stürzt sich mit dem Kopf voran in die neue Materie, die für ihn bald mehr offenbart als anfangs gedacht. Sein Unwissen und unbedarftes Wesen generiert so einiges an Situationskomik, sei es, dass ihm bewusst wird aus was für einer Körperöffnung Eier kommen, ihm der Dämonenmodus zu versengen droht, welcher ihm vom Vater seiner (mehr oder weniger) klammheimlich geliebten Mitschülerin entgegen schwingt oder er mit der schrecklichen Wahrheit über den Männerjoghurt konfrontiert wird.
Seine Agraroberschule ist ein Mikrokosmos in sich, in dem unter anderem Gemüse angebaut wird, Käse produziert, Kühe gehalten und die Schüler mit handfesten Aufgaben und Pflichten in die Arbeitsprozesse eingebunden werden.
Der Manga hält eine gute Balance aus Frotzeleien, ernsten Momenten und interessanten Exkursen in die Arbeitsweise in der Landwirtschaft. Ernster wird es, wenn augenscheinlich sorglose Jugendliche näher beleuchtet werden, die sich der wirtschaftlichen Lage mit schwierigen Preisen für Lebensmittel durchaus bewusst sind, die Familie Schulden aufnehmen muss, um nötige Investitionen tätigen zu können oder die Zöglinge mitunter nicht immer freiwillig einen familiären Pfad verfolgen, bei dem der Bauernhof von den Eltern übernommen werden muss. Das Groß der Charaktere besteht aus schrägen, jedoch sympathisch gestalteten Vögeln, die sich auf ihren Bereich spezialisiert haben und mitunter nicht selten einer völlig anderen Passion anhängen (der Baseball spielende Milchbauer, die Holstein-Kühe-verehrende Fraktion mit dem Wahnsinnsintellekt, der Hühnchen-Otaku, etc.).

Silver Spoon (c) Hiromu Arakawa

Silver Spoon (c) Hiromu Arakawa


Ein sicherlich nicht unproblematischer Aspekt ist die Haltung gegenüber „Nutztieren“, wenn Wirtschaftlichkeit über dem Respekt gegenüber Tieren steht und im Idealfall versucht wird deren Ableben erträglich zu gestalten. In „Silver Spoon“ bringt man zwar den Tieren auf einer bestimmten Ebene doch einen gewissen Respekt entgegen und eine Sympathie ist oft nicht zu leugnen, aber letztendlich müssen diese einfach Geld einbringen und man hält die Tiere so, dass sie nicht allzu sehr „beschädigt“ werden. Klar, für mich persönlich ist der Konsum von tierischen Produkten überflüssig und ich kann sehr gut ohne diese leben – dessen ungeachtet finde ich es trotzdem interessant die Haltung von Seiten der Landwirte zu erfahren. Im Manga wird diese Problematik angesprochen und es kommen beide Gegenpole zur Sprache, aber letztendlich nicht allzu in die Tiefe gehend. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Geschichte größenteils den Fokus auf den Teil in der Landwirtschaft legen, der den Einsatz von Tieren beinhaltet. Wer sich noch nicht allzu sehr mit dem Thema beschäftigt hat, mit welchem Preis tierische Nahrung einhergeht, dürfte mit „Silver Spoon“ jedoch einige Denkanstöße in diese Richtung erhalten. Angesichts dessen, dass auch Jugendliche zur Leserschaft gehören, ein gar nicht mal so schlechter Nebeneffekt. Mir macht es jedenfalls wahnsinnig Spaß „Silver Spoon“ zu lesen, da die Mangaka Hiromu Arakawa es schlichtweg drauf hat eine Geschichte mitreissend erzählen zu können, die lustige Momente hat, aber einen auch an den Gefühlen zu packen weiß. Eine Vorliebe für ihren Zeichenstil mit den „typisch“ breiten Gesichtern, kernigen Körperformen und äußerst variationsreichen Gesichtsausdrücken kann ich ebenfalls nicht leugnen. =)
Die Zeichnerin wuchs übrigens von Kindesbeinen an auf einem Bauernhof auf, wo die Kühe wegen ihrer Milch gehalten wurde und hat dort bis ins junge Erwachsenenalter mitgearbeitet.
„Silver Spoon“ wurde 2011 begonnen und hat es in Japan auf mittlerweile zwölf Bände gebracht.
In den letzten zwei Jahren gab es dazu eine Anime-Serie in Form von zwei Staffeln á elf Episoden. Der Anime hält sich relativ nahe an die Manga-Vorlage und hat mit den 22 Folgen die größten Ereignisse aus 75 Kapiteln/neun Bänden abgedeckt.

Damit war es aber natürlich nicht genug an Verfilmungen und so gab es dieses Jahr noch einen Live-action Film.

Wie schon eingangs erwähnt, gibt es zwei Serien von Hiromu Arakawa, die aktuell laufen. Neben „Silver Spoon“ arbeitet sie ebenfalls an „The Heroic Legend of Arslan“ (アルスラーン戦記), welche auf der gleichnamigen Romanreihe von Yoshiki Tanaka beruht. Erzählt wird die Geschichte des Prinzen Arslan, der nach einem gewaltsamen Umsturz des Königshauses durch gottesgläubige Fremde zur Flucht gezwungen wird. Mit Hilfe einer äußerst ungleichen, aber kämpferisch versierten Gruppe macht er sich daran den Frieden im Reich wieder her zu stellen, die religiösen Fanatiker zu entmachten und verkrustete Strukturen in der Gesellschaft aufzubrechen.

The Heroic Legend of Arslan (c) Yoshiki Tanaka, Hiromu Arakawa

The Heroic Legend of Arslan (c) Yoshiki Tanaka, Hiromu Arakawa

Singender_Tintenfisch

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