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„Aussteigen VERBOTEN“ (Ousama Game)

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Comics

Mit der heutigen Veröffentlichung des ersten Bands startet die Manga-Serie „Ousama Game“ in den deutschen Gefilden.
Die Geschichte nimmt ihren Anfang als die 1. Klasse einer Oberschule (entspricht in Deutschland der 10.Klasse) allesamt eine SMS mit identischen Inhalt bekommt:

„Ousama Game ist ein Spiel für Deine gesamte Klasse.
Ousamas Befehle sind absolut.
Du hast 24 Std., um sie auszuführen.
Aussteigen VERBOTEN.“.

Unter den Schüler überwiegt anfänglich zwar noch die Skepsis angesichts dieses obskur erscheinenden Spiels, aber in einer Mischung aus Neugier gepaart mit Jux und Tollerei geht man den Befehlen nach, die sich noch relativ harmlos gestalten. Mit dem Auftreten der ersten Todesfälle wird aber schlagartig klar, dass die Situation wesentlich ernster ist als gedacht und man keine Chance mehr hat da rauszukommen, außer man macht mit…
Jeder ist sich selbst der nächste und die Schüler geraten in einen abartigen Sog aus Psychospielchen und gegenseitigen Misstrauen. Die verzweifelte Frage wie man das Spiel beenden kann, wird immer lauter und wer steckt eigentlich hinter dem Ganzen?!

Flying_Tinkerbell_Ousama_Game

Die Geschichte, die hinter „Ousama Game“ steckt, ist nicht schlecht, aber ehrlich gesagt konnte mich die Umsetzung im Manga nicht überzeugen. Leider habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten mit der Romanvorlage von Nobuaki Kanazawa, welche aus fünf Bänden besteht. (Mich interessiert es ja immer, wie die Vorlage verwertet wurde und ob die Umsetzung dieser gerecht wird.)
Versteht mich nicht falsch, ich bin durchaus nicht abgeneigt was das Thema Psychospiele und Manipulation von Menschen angeht. Man kann daraus wunderbar interessante und krude Szenarien entwickeln, siehe „Battle Royale“ oder eine meiner Lieblingsserien „MPD Psycho“ (Zitat Katrinschen: „Kranke Scheisse!“).
Gerade weil ich aber sowas eher mag, bin ich wahrscheinlich nicht mehr so empfänglich für Manga wie „Ousama Game“, man könnte also sagen, dass es auch eine Alterssache ist.
Lesenswert und spannend stelle ich mir das aber für ein jüngeres Publikum um die 16 Jahre vor, das vielleicht noch nicht so viel in der Richtung zu sich genommen hat, es tendenziell etwas blutiger mag und auch Serien wie „Doubt“ und dessen Nachfolger „Judge“ von Yoshiki Tonogai mag.

Der eher hübsch gestaltete Zeichenstil passt zu dem Umfeld voller Jugendlicher und bildet einen starken Kontrast zu grausamen Szenen, die dadurch noch unmenschlicher wirken. Mit dem Fortschreiten der Geschichte steigt auch das Auftauchen von schreckensverzerrten Fratzen in allen Variationen.
Einerseits passt das eigentlich zu den Geschehnissen, aber andererseits stört mich der inflationäre Einsatz – weniger wäre mehr gewesen.
Katrinschens Feenstaub dazu:

Ein tödliches Spiel, 32 Schüler und Befehle, die per SMS zugesandt werden. 
 
Es klingt spontan wie eine spannende Mischung aus „The Call“ und „Battle Royale“. Beides Filme mit Manga und Buchadaptionen, die mich wirklich sehr gefesselt haben, was ja hier auf dem Blog auch schon einige Male zur Sprache gekommen ist.
Ich war nun also total auf den Manga gespannt und konnte es kaum erwarten ihn zu lesen. Ich habe ihn dann morgens auf dem Weg zur Arbeit am Stück verschlungen also daher jetzt mal meine Eindrücke:
 
Die Geschichte wird in dem Manga recht schnell weitererzählt und baut zu Beginn recht schnell eine interessante Atmosphäre auf, die aber rasch sehr vorhersehbar wird. Nachdem der erste Selbstmord befohlen wurde und eingetreten ist, herrscht die Angst vor weiteren SMS der Art.
Freundschaften verlieren schnell an Bedeutung wenn es um das Ego der Protagonisten geht.
Als weiteres Problem gesellt sich hinzu, daß ihnen keiner wirklich glauben will was dieses Ousama Spiel wirklich anrichtet. Was allerdings gar nicht so unrealistisch ist.
 
Die Zeichnungen waren leider nicht ganz so mein Fall, wobei sie die Stimmung des Manga sehr gut einfangen. Wobei ich hier wie jedes Mal betonen muß, daß ich einfach einen anderen Stil bevorzuge. Also das nicht als abzuwertender Punkt gewertet werden sollte. Allerdings ist ein Kritikpunkt meinerseits, daß sich die Zeichnungen in sehr ähnlicher Art und Weise häufig wiederholen. Dies machte es dann doch etwas anstrengender zu lesen. 
Trotz des Zeichenstils werde ich definitiv die weiteren Teile der Serie lesen, da ich doch gerne wissen möchte wie es weitergeht. Außerdem will ich unbedingt den Film sehen, da ich gespannt auf die Umsetzung bin. *DVD bestell* 😉

Die Zeichnungen stammen von Hitori Renda, die damit 2010 ihr Debüt als Mangaka gab.
Ein zweiter Manga-Ableger zu der Romanvorlage erschien 2012 und heißt „Ousama Game: Shuukyoku“ (diesmal gezeichnet von Renji Kuriyama), der mittlerweile aus zwei Bänden besteht und noch fortgeführt wird.

Ousama_Game_Shuukyoku

Seit diesem Jahr gibt es mit „Ousama Game: Kigen“ ferner eine weitere Adaption an der J-Ta Yamada als Zeichner mitwirkt.

Ousama_Game_Kigen

2011 erschien eine Verfilmung unter der Regie von Norio Tsuruta, der sich in der Vergangenheit bereits für einige Horrorfilme verantwortlich zeigte (Zum Beispiel „Ring 0: Birthday“ oder „Premonition“).

Der Manga „Ousama Game“ wurde in Japan mit fünf Bänden abgeschlossen und erscheint seit heute bei Carlsen Manga! für 6,95€.

Singender_Tintenfisch

katrinschen

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