Große Wünsche für ein eine kleine Katrin :)
Unterstützt mich doch über Patreon

bloglovin

Soulless – oder ein Steampunk Abenteuer beginnt ( Gail Carriger )

Flattr this!

Die Mangaka REM verwandelt die Buchvorlage „Soulless“ von Gail Carriger in ein detailliertes, auch leicht erotisches Manga-Steampunk-Abenteuer.

Die Manga-Adaption der beliebten Romane von Gail Carriger! Aufruhr im viktorianischen London: Miss Alexia Tarabotti hat, nicht sehr ladylike, in Notwehr einen Vampir umgebracht und muss sich dafür nun verantworten – vor dem überaus attraktiven Werwolf Lord Maccon, seines Zeichens Chefermittler der Queen für übernatürliche Angelegenheiten. Im Nu schlittert Miss Alexia nicht nur in eine tödliche Intrige, sondern in akute Flirt-Gefahr… Wird Miss Alexia so das Britische Empire retten können?

Um den Manga besser beurteilen zu können haben der Singende Tintenfisch und ich haben uns kurzerhand sowohl das Original als auch die Manga-Adaption gekrallt. Begleitet uns doch in eine Steampunk-Welt mit Werwölfen, Vampiren und einem Abenteuer.


Ich selbst habe es leider, da ich noch ein paar andere Bücher auf meiner persönlichen Leseliste hatte, nicht geschafft sowohl den Manga als auch das Buch zu lesen und beschränke mich daher auf den Manga. Der singende Tintenfisch geht aber dafür auf das Buch ein.

„Wer Tee verschüttet, verdient ohnehin den Tod.“ Mit diesem Satz hat der Manga spontan mein Herz gewonnen. 😉 Aber wer könnte da was anderes erwarten? Wie oft hatte ich schon morgens um 4 Uhr meinen Tee? 😉 So nun den „Spaß“ mit Emilie Autumn bei Seite und laßt uns wie ein Mädchen kämpfen… den dies passt eigentlich besser, als man sich auf den ersten Blick denken könnte. Miss Alexia gerät auf einem Ball in eine blöde Situatiun und tötet hierbei einem Vampir. Jedoch leben in dieser Welt sowohl Werwölfe, Vampire und Menschen weitgehend friedlich nebeneinander, so daß dieser „Mord“ einiges an Aufruhe mit sich bringt und dabei auch eine Intrige aufdeckt.

Bereits nach einigen Seiten war ich von der Geschichte gepackt und wollte nach dem Ende des Manga am Liebsten sofort mit dem 2. weiter fortfahren. Also werde ich mich wohl in der nächsten Zeit den (Hör-)Büchern widmen.

Die Zeichnungen erinnern mich auf den ersten Blick vollkommen an die alten Rasterfolien in den früheren Manga, was mir persönlich sehr gefällt. (Auch wenn dieses heutzutage höchstwahrscheinlich einfach per Photoshop gemacht wird 😉 ). Auf vielen Bildern kann man liebevolle Details entdecken und es lohnt sich wirklich nicht nur schnell den Text runterzulesen. Aber selbst dies sollte nicht in all zu kurzer Zeit möglich sein, da der Manga mit 230 Seiten schon eine ordentliche Dicke hat. Leider fand ich, vielleicht aber gerade wegen den superdetailliert gezeichneten Bildern, die SD Bilder zwischendurch nicht ganz so gut, aber auch nicht wirklich störend. Irgendwie wirkt es bei diesem Manga, zumindest meiner Meinung nach, nicht ganz… stimmig. Die Kapitelbilder haben mich großteils einfach nur begeistert. Und auch der Hardcover-Einband macht einen sehr guten Eindruck neben den anderen Steampunk-Büchern im Schrank. ( Und nein… die Serie wird definitiv nicht bei den anderen Manga landen 😉 )

Der Senf des Singenden Tintenfisch:

Wie nicht anders zu erwarten, ist die Buchvorlage natürlich wesentlich detaillierter und man erfährt mehr über die Charaktere und deren Vergangenheit. Im Verlauf der Geschichte werden die gesellschaftlichen Hintergründe näher ausgeleuchtet und man erfährt immer wieder nebenbei wie das Leben der Übernatürlichen mit den Menschen geregelt wird (sehr bürokratisch), wie politische Entscheidungen getroffen werden und was für Wesen und Gruppierungen eigentlich existieren. Nicht uninteressant finde ich auch die Erwähnung von Apparaturen wie dem Brilloskop oder dem Resonanzstörer.
Der Schreibstil ist locker-flockig und trägt mit seinem Sprachwitz einiges zum Unterhaltungsgrad mit.
Das Einzige, was mich etwas stört ist die teils romantisierte Darstellung des überaus strammen und gut gebauten Lord Macoon – glücklicherweise halten sich solche Passagen aber noch im Rahmen. Passend zum Thema wird es an einigen Stellen auch ordentlich steamy zwischen Alexia Tarabotti und Lord Macoon, wobei bei den näheren Einzelheiten dazu wieder höflich-viktorianisches Stillschweigen gewahrt wird.

Wäre der Manga nicht gewesen, hätte ich Soulless sicherlich nicht gelesen, da mein Interesse für das Steampunk-Genre fast gen Null tendiert und ich dank Glitzerkitsch á la Twilight brutalst geschädigt wurde, was Vampire angeht (wobei ich durch Blade und Hellsing weiß, dass Blutsauger durchaus cool dargestellt werden können =). So wollte ich aber wissen, wie die Vorlage verarbeitet wurde bzw. wieviel diese überhaupt taugt. Nicht wenig überraschend gibt der Manga die Geschichte komprimiert wieder und es wurde zwar einiges weggelassen, was das Ergebnis aber nicht wirklich negativ verzerrt. 
Wer den Manga schon mag, sollte daher ohne großartige Bedenken auch das Buch lesen (umgekehrt gilt das selbstverständlich genauso). Er ist eine schöne Ergänzung zum Buch und die Zeichnungen werden den nahezu akribischen Beschreibungen der Kleidung mehr als gerecht. Das viktorianische Zeitalter wird durch die Hintergründe (Gebäude, der allgemeine Kleidungsstil, Luftschiffe…), nebst Gastauftritt einer gewissen Königin, desweiteren gut verarbeitet. Die Charaktere sind überaus passend getroffen, vor allem der pompöse Lord Akeldama, jedoch frage ich mich, ob Alexia nicht etwas zu hübsch gezeichnet wurde (im Buch kommt ihr Gesicht eher herb und mit einer eindrucksvollen Nase daher), was aber letztendlich nur eine Lappalie ist. 

Die Vorlage Soulless zum Manga erschien 2009 unter der Reihe „The Parasol Protectorate„. Die Reihe umfasst fünf Bände, die im Englischen mit bemerkenswerten Titeln wie Changeless, Blameless, Heartless und Timeless (Katrinschen: „Keksless?“) versehen sind (Gut, im Deutschen ist das Ganze mit Glühende Dunkelheit, Brennende Finsternis, Entflammte Nacht, etc. noch um eine Dimension schlim-, ich meine bemerkenswerter.).
Soulless ist das Erstlingswerk von Gail Carriger, die diesen Februar ihre zweite Serie „Finishing School“ auf den Markt gebracht hat, die auf vier Bände ausgelegt ist und in dem die junge und eigensinnige Sophronia eine Akademie besucht, in der sie unerwarteterweise in die Kunst der Etikette und Spionage unterwiesen wird.
Eine Nachfolgeserie zu „The Parasol Protectorate“ ist ebenfalls in Planung und wird als „The Parasol Protectorate Abroad“ im Herbst diesen Jahres auf Englisch erscheinen.
Von der Manga-Version selber gibt es auf Englisch zwei Adaptionen und eine dritte folgt in fünf Monaten.

Falls ihr nun Lust bekommen habt, dann bekommt ihr die Manga Adaption hier auf Amazon für 14,90€ und die Buchvorlage für 9,99€ hier. Wer dann doch lieber die Hörbuchvariante bevorzugt, findet diese wie immer bei Audible. Hier wird die Geschichte von Tanja Fornaro gesprochen. Die Stimme passt perfekt zur Geschichte. Mit einer Hörprobe könnt ihr euch bei Audible gerne selbst überzeugen.

Und wenn ihr etwas Zeit habt, dann schaut euch doch mal die Seite von Gail Carriger an, die Lesenswertes in Form von Interviews, einem Blog und Textabschnitten, die es nicht mehr in die Bücher geschafft haben, bereit hält.

Für die Zeichnungen ist REM verantwortlich, eine Comiczeichnerin und Illustratorin, die meist im Manga-Stil arbeitet. Hierzulande dürfte sie durch Vampire kisses bekannter sein – ebenfalls eine Manga-Adaption, die sie von Ellen Schreibers gleichnamigen Romanen erstellt hat. Vampire kisses umschreibt die Erlebnisse einer jungen Goth namens Raven Madison, die sich in einen Vampir verliebt.
Ein aktuelles Projekt von REM ist die Serie Tokyo Demons, die sich mit zwei übernatürlichen Teenagern in Tokyo beschäftigt, welche wider Willen in einem Bandenkrieg hineingezogen werden. Tokyo Demons ist insofern ein schönes Unterfangen, da die Macher für Vorschläge und Kritik seitens der Leser mehr als offen sind und diese auch umsetzen, wenn es passt. Die Geschichten werden von Lianne Sentar geschrieben und von REM illustriert, wobei es auch eine Hörbuchfassung von Rebecca Scoble gibt, sowie ein Karten- und Videospiel.

Kommentar verfassen