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11-22-63 – Der Anschlag – oder stell dir mal vor…

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Stell dir mal vor, du könntest einfach eine unsichtbare Treppe hinunter gehen, würdest dich daraufhin an einem Ort in der Vergangenheit befinden und egal wie lange du dort bleibst, es vergehen nur zwei Minuten im hier und jetzt. Genau das geschieht im neuesten Buch „Der Anschlag“ von Stephen King

Klingt toll oder? Aber ich möchte euch vorher in meine Vergangenheit mitnehmen 😉

Der König des Horrors entführte mich das erste Mal mit 11 in seine Welt. Dieses schlichte rote Buch mit der Aufschrift „Es“ war meine Einstiegsdroge 😉 Als ich damals in Hörnum auf Sylt im 5-Städte-Heim war, durften die älteren Kinder den Film auf Video schauen. Ich fand das doof, da es ja um einen Clown gehen sollte. Also was hat die kleine trotzige, damals noch nicht von Büchern fortzukriegende, 11 Jährige getan? Ab in die Stadt und für 19,95DM ( JA! Deutsche Mark! ) dieses superdicke Buch gekauft 😉
Danach wusste ich, warum der Film nicht für mein Alter war, aber danach kam dann der „Friedhof der Kuscheltiere“, „Christine“, „Sie“, und etwas später „The Stand“. Dabei hatte ich Glück davon die erste vollständige Ausgabe zu bekommen. Mein Vater meinte damals noch zu mir „das hat über 1.000 Seiten. Willst du das wirklich haben?“ Ich wollte und das schreibt man M-O-N-D 😉
Einige Zeit später kam das Buch, das mich als erstes Buch überhaupt nicht mehr essen, trinken oder auch nur schlafen ließ… „Der Todesmarsch“ von Richard Bachmann. (Dieses erscheint übrigens bald bei Audible und dann dazu mehr 😉 )

Ich schlich nachts mit auf den Friedhof der Kuscheltiere und lauschte dem Radio mit einem kleinen Mädchen, daß sich in einen Footballspieler verliebte 🙂 Nicht einmal die Todeszelle der „Green Mile“ schreckte mich ab. Nur an der „Der dunkle Turm“ Saga, muss ich gestehen, bin ich gescheitert…
Allerdings kam dann auf einmal „Puls“ , welches auch übrigens mein allererstes Audible-Buch war. Und obwohl ich damals schon Zombies einfach nur klasse fand, hat mich das Buch irgendwie nicht mehr mitnehmen können… das Handys dafür verwendet werden können einen Anschlag auszuführen, welche gleichzeitig die Menschen in Zombies  verwandeln ist an sich eine nette Idee und dass seitdem David Nathan der Hauptleser der Stephen King Romane ist, ist schon verführend. Ich habe „Puls“ auch mehrmals gehört… trotzdem fehlte irgendwie … ich weiß es nicht… es fehlte der Biss in der Geschichte…

Danach folgte „Wahn“… Edgar Fremantle verliert seinen Arm und zieht sich auf eine Insel zurück um sich dort zu erholen und in Ruhe zu malen… doch was er malt, das wird auf einmal zur bitteren Realität… hier spürt man, daß King noch den Horror schreiben kann, auch wenn er sich irgendwie zurückhält. Ich habe auch dieses Buch gerne mehrmals gehört und hatte ein paar schöne Stunden.

Mit „Die Arena“ ging King  wieder ein wenig auf die Schiene von „Puls“ und schreibt von einer Art „Anschlag“ der auf die kleine Stadt Chester’s Mill ausgeführt wird. Auf einmal befindet sich die Stadt innerhalb einer Art Kuppel und ist von der Außenwelt abgeschnitten. Bis ungefähr zu 2/3 der Geschichte war ich auch wirklich positiv angetan, aber als sich dann auf einmal der Grund für diese Kuppel abzeichnete ließ meine Begeisterung mehr und mehr nach… und von der Auflösung der Geschichte? Nehmt es mir bitte nicht böse, aber ich denke, daß jedes Grundschulkind eine bessere Erklärung finden könnte… ich war so extrem enttäuscht wie noch von keinem King zuvor und bereute fast meine 9,95 für das Audible-Hörbuch… auf der anderen Seite war es mit knapp 41 Stunden oder 1280 Seiten ein echter Klopper und irgendwie doch sein Geld wert…

Vor einigen Tagen erschien nun auf Audible das Buch, worum es in diesem Artikel ursprünglich nur gehen sollte…

Ab jetzt folgen viele Spoiler… falls ihr also das Buch unbedingt lesen und nicht mit Detailwissen vollgepumpt werden wollt, dann hört jetzt auf zu lesen 😉 Allen anderen sei gesagt… viel Spaß bei dem, was ich von dem Buch halte 😉

Als Beschreibung steht auf Audible Folgendes:

Am 22. November 1963 fielen in Dallas, Texas, drei Schüsse. John F. Kennedy starb, und die Welt veränderte sich für immer. Wenn man das Geschehene ungeschehen machen könnte – wären die Folgen es wert? Jake Epping kann in die Vergangenheit zurückkehren und will den Anschlag verhindern.

Jake Epping lebt ein normales Leben, bis sein Freund Al ihm ein großes Geheimnis enthüllt: Er kennt ein Portal, das ins Jahr 1958 führt. Und Al gewinnt ihn für eine wahnsinnige Mission. Jake soll in die Vergangenheit zurückkehren und das Attentat auf John F. Kennedy vereiteln, um den Gang der Geschichte positiv zu korrigieren. Und so beginnt für Jake ein neues Leben in einer für ihn neuen Welt. Es ist die Welt von Elvis und JFK, von großen amerikanischen Autos und beschwingten Highschool-Tanzveranstaltungen. Es ist die Welt des gequälten Einzelgängers Lee Harvey Oswald, aber auch die der Bibliothekarin Sadie Dunhill, die Jakes große Liebe seines Lebens wird – eines Lebens, das gegen alle normalen Regeln der Zeit verstößt. Und je näher Jake seinem Ziel kommt, den Mord an Kennedy rückgängig zu machen, desto bizarrer wehrt sich die Vergangenheit dagegen – mit aller gnadenlosen Gewalt, die sich auch gegen Jakes neue Liebe richtet…

Stephen Kings neuer großer Roman ist eine Tour de Force, die ihresgleichen sucht – voller spannender Action, tiefer Einsichten und großer Gefühle.

Ein neuer großer Roman? Nunja… fast 32 Stunden bzw. 1056 Seiten sind schon groß… ja… und da hört es irgendwie auch langsam auf…  jetzt zu dem Zeitpunkt, wo ich diesen Artikel schreibe habe ich das Buch noch nicht zu Ende gehört… „voller spannender Action“? Wo denn bitte? Nach 14 Stunden mag ich langsam nicht mehr weiterhören, da die Geschichte einfach nicht vorankommt… Jake ist das zweite Mal in der Vergangenheit und hat festgestellt, daß er von der Vergangenheit aufs Maul bekommt wenn er die Vergangenheit ändern will… Um einen Tod zu verhindern besticht er den Mörder an dem Tag mit ihm ein Spiel zu spielen… oookay… nette Idee… aber dabei bleibt es dann auch irgendwie.

Sein Freund Al ist nicht wirklich sein Freund… Er ist der Besitzer eines Imbisses, bei dem Jake seit Jahren regelmäßig isst, und verkauft seit Jahren den Besuchern jede Woche aufs Neue exakt das selbe Fleisch aus der Vergangenheit, da mit jedem Weg in die Vergangenheit diese neu gestartet wird und jedes Mal wieder in der Gegenwart Auswirkungen hat… da Al die Burger aus der Vergangenheit holt, kann er diese so billig anbieten, daß schon von den Leuten spekuliert wird, ob der Fat-Burger nicht in Wirklichkeit ein Cat-Burger sein könnte … der Schmetterlingseffekt wird hier in schönster Bandbreite diskutiert und ausgelebt. Dies war ja auch im Film „Butterfly Effect“ genug Stoff für gleich 3 Teile ( von denen ich allerdings nur den ersten gesehen habe 😉  ).

So nimmt sich King die Zeit auch Details in der Vergangenheit zu erwähnen und auch mehrmals nebenbei zu erwähnen wie viel so wenig Geld früher wert war. Für einen Sunliner zahlt er knappe 300$ und ist vollkommen glücklich über das beste Auto, daß er jemals gefahren hat… Er schreibt nette Details über das Leben in der Zeit und auch, wie Donnerbalken über einem See funktionieren und das überall Giftefeu ist… ja… irgendwie macht es schon Spaß sich diese Welt vorzustellen, die die meisten heute nicht mehr kennen dürften … und ich befürchte die, die diese Zeit vielleicht erlebt haben, werden nicht auf meinen Blog kommen 🙂

Das was ich aber wirklich schlimm finde ist, daß er „ES“ versucht neu zu verarbeiten… immer wieder werden Anspielungen auf „ES“ gemacht und… ich weiß nicht, aber irgendwie kommt es schon scheisse rüber… er lässt die Geschichte zwar ungefähr zu der Zeit von „ES“ spielen, aber muss er wirklich von einem Kindermörder im Clownskostüm schreiben? Muss er wirklich Jake einen Roman schreiben lassen, der eigentlich „ES“ heißen könnte? Wenn King von der bösen Kraft schreibt, die sich irgendwo in einem Abflußrohr oder einem Gebäude verstecken könnte? Wenn er Zwiegespräche mit sich selbst führt, ob er nicht vielleicht doch und so weiter und so fort…

Ich bin einfach  irgendwie sehr, sehr enttäuscht… und ich hätte lieber ein bis zwei Jahre auf ein neues Buch gewartet, wenn das nicht sowas geworden wäre… wie schon geschrieben… die Idee mit den Zeitreisen ist klasse, aber es gibt immer wieder Personen, die zu ahnen scheinen, daß er nicht aus dieser Zeit ist… er wird als Schutzengel bezeichnet oder gar ob er überhaupt von diesem Planeten sei und nicht wie bei „Am Tag an dem die Welt still stand“ nur da wäre um zu schauen, ob die Menschen es überhaupt noch wert wären weiterleben zu dürfen…

Es macht irgendwie ein wenig die Atmosphäre kaputt und lässt ihn wie eine Art „Übermenschen“ wirken… gleichzeitig kann er aber auch nichts anderes machen als Leute umzubringen… spätestens als er merkt, daß er ein Buch aus der Bücherrei nicht zurückgegeben hat und sich deshalb Gedanken macht und sofort alles veranlasst, daß dieses Buch wieder dahin kommt, wo es hingehört… es tut mir leid… da hörte das Hörvergnügen endgültig auf… ab dem Moment habe ich mich eigentlich nur noch durch das Buch gequält… und das Gefühl hatte ich bei einem Stephen King Roman noch nie zuvor… nicht einmal „die Arena“ hat mich so extremst abgeschreckt… da habe ich die 41 Stunden in nur 5 Tagen durchgehört… von diesem Buch habe ich in knapp 2 Wochen nur 14 Stunden geschafft… ich denke aber auch, daß ich dieses Buch an diesem Punkt einfach nicht weiterhören werde… ich habe einfach keine Lust mir noch mehr kaputt zu machen, als ich es bis jetzt schon getan habe…

Vorher habe ich noch gesagt, daß ich Stephen King noch eine Chance geben möchte, nachdem ich von „Puls“ und „Die Arena“ einfach nur enttäuscht war… aber jetzt denke ich, daß ich dieses lieber hätte lassen sollen… wahrscheinlich werde ich mir das nächste Buch auch wieder holen… (und wohl wieder enttäuscht sein)

Dies Enttäuschung zieht sich aber leider duch mehrere Bereiche durch… sei es nun Musik oder auch Bücher… schaut euch doch sonst noch einmal meinen Walter Moers Eintrag an… auch da habe ich geschrieben, daß ich irgendwie enttäuscht bin… aber so sehr, daß ich nicht mehr weiterhören mochte… das habe ich bis jetzt so noch nicht erlebt 🙁

Habt ihr das Buch gelesen oder gehört? Ich wüsste wirklich gerne, ob ich alleine mit meiner Meinung stehe… wird das Buch noch besser? Habe ich zu früh aufgegeben? Oder darf ich froh sein, daß ich einfach aufgehört habe??? Warum hat das Buch soo gute Bewertungen auf Amazon? Fragen über Fragen 😉

Wenn ihr trotz meiner so „positiven“ Review von dem Buch noch immer interessiert seid es zu lesen, dann kommen hier wie immer die üblichen Quellen 😉

Als Buch erhaltet ihr es am besten auf Amazon

und die Hörbuchversion zum schmalen Preis auf Audible

またね、
カトリン(^_−)−☆/Katrinschen☆〜(ゝ。∂)

Eine Antwort auf 11-22-63 – Der Anschlag – oder stell dir mal vor…

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