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Monatsarchive: Dezember 2014

„Fremdenführer durch Gedankenwelten“

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Buchkritik

Sebastian Bartoschek ist ein *Atemhol* „belangloser, oberflächlicher, langatmiger, manipulativer, pseudowissenschaftlicher, polemischer, jämmerlicher, ohne das geringste mathematische Weltverständnis, Antideutscher, Aluhutträger, Ex-Bild-Redakteur und Desinformations-Troll„, der unlängst den Interviewband „Gedankenwelt 2“ gelurcht hat.

Liest man „Gedankenwelten 2“ rauscht man mal mehr, mal weniger schnell durch zehn Köpfe, die sich unter anderem mit Schamanismus, Politik oder Homöopathie beschäftigen.
Die Themenfelder sind weit gestreut und nicht selten merkt man wie weit die Interviewpartner hinsichtlich der persönlichen Einstellung von einander entfernt sind. Jedoch: Das Interesse sich mit dem „Fremden“ auseinander zu setzen, scheint stets durch und prägt die Gesprächsführung auf eine positive Weise – nicht plumpes Übertrumpfen mit Argumenten ist das Ziel, sondern das Verstehen.
Gut, eine Ausnahme dürfte wohl das Gespräch mit dem Bundestagspräsidenten Norbert Lammert sein, wo des öfteren ein beissender Spott bei den Fragestellungen aufblitzte… =)
Ein Vorteil des Buches dürfte sein, dass man durch die Lektüre an Themen heran getragen wird, um die man eher einen Bogen machen würde, da man diese lapidar als Spinnerei abtun würde. Die Unterhaltung mit dem Autoren Lars A. Fischinger hat mich zwar sicherlich nicht von der Präastronautik überzeugt, aber spannend ist es dennoch einen Einblick in seine Gedankengänge zu bekommen und wie es zum Beispiel um die Beweispflicht in diesem Feld steht.

Flying_Tinkerbell_Sebastian_Bartoschek_Gedankenwelten_2

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Silver Spoon (Hiromu Arakawa)

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Comics

„Was liest du denn da?“ – „Silver Spoon“ – „Aha…“ – „Ein Landwirtschaftsmanga!“ – „Was??“
Jupp, jupp!

Silver Spoon“ (銀の匙 ist eine der beiden aktuellen Serien von Hiromu Arakawa (ihr wisst schon „Full Metal Alchemist“), die den Schüler Yugo Hachiken durch sein alltägliches Leben an der Yezo Oberschule für Agrarwirtschaft begleitet.
Nach einem herben Fehlschlag beschließt Yugo dem Dunstkreis seiner Familie zu entfliehen und nach bestandener Aufnahmeprüfung aus der Metropole Tokyo in das Wohnheim seiner neuen Oberschule im ländlichen Hokkaido zu ziehen. Anders als seine Mitschüler hat er null Ahnung von Landwirtschaft, geschweige denn überhaupt einmal auf einem Bauernhof gearbeitet. Mit seiner Bereitschaft sich auf völlig neue Dinge einzulassen und sein Wissen in verschiedene Richtungen zu erweitern (Er liebt es zu lernen!), macht er sich nach anfänglichen Wirrungen jedoch bald Freunde und stürzt sich mit dem Kopf voran in die neue Materie, die für ihn bald mehr offenbart als anfangs gedacht. Sein Unwissen und unbedarftes Wesen generiert so einiges an Situationskomik, sei es, dass ihm bewusst wird aus was für einer Körperöffnung Eier kommen, ihm der Dämonenmodus zu versengen droht, welcher ihm vom Vater seiner (mehr oder weniger) klammheimlich geliebten Mitschülerin entgegen schwingt oder er mit der schrecklichen Wahrheit über den Männerjoghurt konfrontiert wird.
Seine Agraroberschule ist ein Mikrokosmos in sich, in dem unter anderem Gemüse angebaut wird, Käse produziert, Kühe gehalten und die Schüler mit handfesten Aufgaben und Pflichten in die Arbeitsprozesse eingebunden werden.
Der Manga hält eine gute Balance aus Frotzeleien, ernsten Momenten und interessanten Exkursen in die Arbeitsweise in der Landwirtschaft. Ernster wird es, wenn augenscheinlich sorglose Jugendliche näher beleuchtet werden, die sich der wirtschaftlichen Lage mit schwierigen Preisen für Lebensmittel durchaus bewusst sind, die Familie Schulden aufnehmen muss, um nötige Investitionen tätigen zu können oder die Zöglinge mitunter nicht immer freiwillig einen familiären Pfad verfolgen, bei dem der Bauernhof von den Eltern übernommen werden muss. Das Groß der Charaktere besteht aus schrägen, jedoch sympathisch gestalteten Vögeln, die sich auf ihren Bereich spezialisiert haben und mitunter nicht selten einer völlig anderen Passion anhängen (der Baseball spielende Milchbauer, die Holstein-Kühe-verehrende Fraktion mit dem Wahnsinnsintellekt, der Hühnchen-Otaku, etc.).

Silver Spoon (c) Hiromu Arakawa

Silver Spoon (c) Hiromu Arakawa

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„a place where time lies frozen“ (Nameless and the Scientist)

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Comics

„Nameless and the Scientist“ ist ein Comic, der die Sinne anspricht, sie langsam aber eindringlich wachkitzelt bis man jede Seite mit großen Augen in sich aufnimmt.

Ein im Wind flatterndes lila Band führt den Leser zu einer Person, die eine Brücke zwischen dem Leben und dem Tod schlägt. Die Zeit hat keine Bedeutung für ihn und Namen noch weniger. Eines Tages taucht jedoch unvermittelt ein Mann auf, der sein Innerstes anspricht und ihm etwas gibt. Umrisse vergessener Erinnerungen werden sichtbar und er weiß, dass da etwas ist bzw. war. Aber was?

In „Nameless and the Scientist“ vermischt sich die reale Welt mit den Konstrukten im Kopf und beizeiten weiß man nicht wirklich in welcher Ebene man sich befindet, weil vieles gleich einem Traum transportiert wird. Beim Lesen meint man nebenbei einen Windhauch zu spüren, der sachte vorbei geht oder gar zu einem brüllenden Röhren anschwellen kann. Und immer wieder dieses fliegende Haar und das lila Band des Namenlosen! =)
Unterschwellig angesprochen werden auch Themen wie die Unendlichkeit und die Sterblichkeit und was für Konsequenzen entstehen, wenn beides aufeinander trifft.
Der Comic erinnert mich an vieles: Eine Erzählung, die mit ruhiger Stimme in einem leer Raum rezitiert wird, versehen mit langen Pausen, damit man wieder zu sich kommt. Eine Explosion von Farben, die nach dem Knall geballt heraus schiessen und sich beim Fallen systematisch an ihrem jeweiligen Platz legen. Zig Sinneseindrücke, die sich in einem bündeln. Verwirrend? Ich kann nicht anders – der Comic ist einfach zu gut. ^^

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